Neben dem Mistelzweig, dem Truthahn und dem Weihnachtsbaum, sind Knallbonbons ein fester Bestandteil des Weihnachtsfestes im Vereinigtem Königreich und vielen Commonwealth-Ländern. Die Knaller werden traditionsgemäß während des Weihnachtsessens oder anderen festlichen Abendessen “auseinander gezogen“.
Ein Knallbonbon sieht wie ein großes Bonbon aus, welches wenn man es öffnet knallt und ein kleines Geschenk hinausfällt, sowie buntes Konfetti und ein Zettel mit einem Witz.
Die Geschichte des Knallbonbons
In den späten 1840er Jahren besuchte der englische Konditor Thomas Smith Paris und wurde inspiriert von “Bonbons”, welche aus zuckerüberzogene Mandeln bestanden, verpackt in einem Papier, welches an beiden Enden zusammengedreht war. Als er zurück nach England kam, begann er ebenfalls damit Süßigkeiten in einem kleinen, zusammengedrehten Papier zu verkaufen, musste jedoch feststellen, dass sie sich abgesehen von der Weihnachtszeit nicht gut verkauften.
In den frühen 1850er entwickelte Smith dann die Idee weiter, indem er ein kleines Motto, verpackt zusammen mit dem Bonbon beifügte. Nachdem viele Männer das Bonbon an Frauen verschenkten, beinhaltete dieses Motto meist eine Liebesnachricht oder ein Gedicht.
Das Knallen beim Öffnen war jedoch nicht vor 1860 ein Bestandteil des Bonbons. Smith fügte einen Zündstreifen, welcher beim auseinanderziehen einen lauten Knall produziert, hinzu. Damit dieser Zündmechanismus integriert werden konnte, musste das Bonbon vergrößert werden. Zur Anfangszeit des Knallbonbons wurde es noch “cosaques” genannt.
Unglücklicherweise wurde Smiths Idee ziemlich bald von vielen anderen Herstellern kopiert, die das Bonbon in ein kleines Geschenk umwandelten. Im 19. Jahrhundert wurde dann das Tragen eines Papierhuts zu Feierlichkeiten gebräuchlich. Diese Tradition kennt man seit der römischen Saturnalien Feier, jedoch wurde lange Zeit gedacht, dass die Idee einen Papierhut zu tragen auf die Dreikönigs-Feierlichkeit zurückzuführen ist.
Die Liebesnachricht oder Gedicht wurden dann gegen ein Witz oder ein Limerick eingetauscht und das kleine Geschenk besteht meistens aus einem Kreisel, einem Flaschenöffner oder anderen kleinen Dingen.
Das heutige Knallbonbon
Die Knallbonbons werden traditionell mit dem Partner auf der gegenüber Seite geöffnet. Es gibt zwei Möglichkeiten zu gewinnen: Entweder darf derjenige mit dem größeren Stück des Bonbons den Inhalt behalten oder jede Person besitzt sein eigenes Knallbonbon und kann somit, unabhängig davon wer das größere Stück hat, seine kleinen Geschenke behalten.
Zweifellos wird diese alte Tradition weitreichend überall auf der Welt zu feierlichen Anlässen genossen, auch wenn die Witze nicht der Reißer sind. Hört sich lustig an? Ist es auch! Komm und öffne traditionsgemäß dein Knallbonbon am Weihnachtsabend in einer gemütlichen Unterkunft in London. Fröhliche Weihnachten!